Jordanien 2025
Warum gerade Jordanien ? Ist es nicht gefährlich dort ?
Hauptgrund der Reise war für mich die Felsenstadt Petra. Schon der erste Tag machte deutlich, daß es noch viel mehr Sehenswertes in diesem Land zu entdecken gibt. Wahrscheinlich ist es in Deutschland gefährlicher als hier. Bisher haben mir die Moslems immer großes Unbehagen bereitet. Die Menschen hier im Königreich Jordanien sind völlig anders. Friedlich, tolerant, gebildet und lebenslustig. Polizei ist angenehm beruhigend präsent. Der Reiseleiter begrüßte so manchen Uniformierten mit Handschlag.
Anreise
Natürlich waren die unübersehbar moslemischen Reisenden am Flughafen in der großen Überzahl. Während der Stunde Wartezeit am check-in Schalten kamen laufend Landsleute, um sich sehr emotional von den Reisenden zu verabschieden. Es wurde dabei fast ausschließlich deutsch gesprochen. Die Gruppe war auf einer spirituellen Reise. Die Frauen waren sehr dominant. Im Flugzeug wurde ich dann Zeuge der Leidenschaft der Damen. Die zugewiesenen Plätze von drei jordanischen Damen waren verteilt. Die wollten aber auf keinen Fall zwischen fremden Männern sitzen. Dafür hatte die Flugbegleiterin von Royal Jordanien offenbar viel Verständnis. Zusätzlich wollten sie auch nebeneinandersitzen. Das Einsteigen stockte für bestimmt 5 Minuten. Am Ende hatten die selbstbewußten Damen die Männer besiegt. Sie bekamen ihren Willen und genossen den Flug mit sehr angeregten Gesprächen - komplett in Deutsch und in der Reihe vor mir. Auch während der Reise kamen mitreisende Damen zu dieser erfolgreichen Gruppe und schwatzen begeistert mit. Als wir aber in Amman gelandet waren, schalteten alle sofort auf arabisch um.
Schon am ersten Tag hier wurde deutlich, daß in diesem Land offenbar die Frauen das Sagen haben. Das sollte sich später noch oft zeigen.
Reiseleitung
Unser Reiseleiter spricht gut Deutsch und hat die Reise sehr gut geplant. Er liebt seinen Beruf als selbständiger Reiseleiter und Entwickler von Reiseangeboten. Zusätzlich arbeitet er in der Ausbildung für Reiseleiter. Er leitete die Reise mit einer großen Leidenschaft. Seine Lebensfreude sprang auf alle über.
Er wurde aber sehr ernst, als es um die Nachbarstaaten ging. Jordanien unterhält gute Beziehungen zu den angrenzenden Ländern. Nur ein Land wird nicht mit Namen erwähnt. Das nennt man hier nur Nachbar. Mit diesem Nachbarn gab es diverse militärische Auseinandersetzungen. Uns würde berichtet, wie sich dieser Nachbar immer weiter ausbreitet und das Land seiner Nachbarn besetzt. Momentan versucht dieser ungeliebte Nachbar Israel die Wasserversorgung von Jordanien zu reglementieren. Diese strategische Ressource ist für den Wüstenstaat Jordanien überlebenswichtig. Wir sind über den einzigen Fluß gefahren, der ganzjährig Wasser führt. Der Fluß ist kleiner als die Ilm.
Unser Reiseleiter hat aber unsere Fragen beantwortet und seine ehrliche Meinung zu den Problemen mit dem Nachbarn dargestellt. Nicht die Juden als Glaubensgemeinschaft sind die Schuldigen. Juden leben seiner Meinung nach in vielen Ländern mit allen Religionen friedlich zusammen. Die Regierung in Israel ist das Problem. Wie überall auf der Welt werden Wenige im Krieg sehr reich. Und die haben das Sagen. Ein Ende der Auseinandersetzungen ist seiner Meinung nach nicht absehbar. Später mehr dazu.
Am Aussichtspunkt auf den See Genezareth und die Golan Höhen sagte unser Reiseleiter: Wo wir jetzt stehen, hat einst Jesus gelebt. Da drüben seht ihr Jericho - die älteste Stadt der Welt.
Essen in Famile
Ein besonderes Erlebnis war für alle ein Essen im Hause einer Familie. Bei einer Gruppe mit 7 Personen ist sowas möglich. Das Häuschen war geschmackvoll eingerichtet und blitzsauber. Die Herrin des Hauses hatte alles vorbereitet und empfing uns sehr freundlich mit einigen englischen Worten. Die Schuhe blieben draußen vor dem Eingang. Für den Gang zur Toilette standen besondere Latschen bereit. Zu meiner großen Freude hatten die Familie ein europäischen Klobecken. Ich hatte schon mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Hocktoiletten gerechnet.
Aufgetischt wurde eine pürierte Linsensuppe, die hier mit Zitrone verfeinert werden konnte. Das Fladenbrot war zwar nicht selbstgebacken, schmeckte aber gut. In der Mitte wurde eine große flache Schüssel plaziert, auf der eine viel zu große Menge an Reis mit Gemüse und Mandel lag - gegrilltes Hühnchen obendrauf. Dazu gab es gebratene Aubergine auf Tomaten und ein Humus mit Olivenöl. Fermentiertes Gemüse machte das Gelage perfekt. Unser Reiseleiter hat uns während des opulenten Essens mit den lokalen Tischsitten köstlich unterhalten. Nach dem Essen wurden wir auf die Couch gebeten. Dort gab es Tee, jordanischen Kaffee mit Kardamom und Datteln. Das Besondere am Kaffee ist die lange Kochzeit (über eine halbe Stunde) und das hier beliebte Gewürz Kardamom. Dieses Getränk wurde in kleinsten Kostproben gereicht. Keiner hat nachbestellt.
Die Hausherrin war die ganze Zeit bei unserer Gruppe in der guten Stube - ihr Mann hat bereitwillig den Abwasch erledigt!
Ausgrabungsstätten
Die abenteuerliche Geschichte von Johann Ludwig Burckhardt bei der Entdeckung von Petra hatte ich schon in Dokumentationen erfahren und die hatte den Ansporn für diese Reise geliefert. Es gibt hier aber noch viel, viel mehr zu entdecken. Hier gibt es jede Menge Ausgrabungsstätten mit Schätzen aus einer längst vergangenen Zeit. Im Museum von Jerash werden Exponate ausgestellt, die nachweislich über 10.000 Jahre alt sind. Neue Technik macht wohl eine ziemlich genaue Altersangabe möglich. Unser Guide meinte, daß Dinge ausgegraben wurden, die aus der Zeit des Wechsels der Menschen vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern stammen. Das konnte ich mir im von Japan gebauten Museum hervorragend präsentiert ansehen.
Wirklich sehenswert sind die restaurierten Spuren der Griechen und der Römer. Die waren damals sehr weit entwickelt und umgaben sich mit allerlei angenehmen Errungenschaften. Was man hier vor Jahrtausenden architektonisch und künstlerisch geleitet hat, sucht sicher heute noch seines Gleichen. Selbst eine Fußbodenheizung gab es damals schon.
Beim Besuch eines Theaters im Römischen Stil wurden wir von Musikanten in jordanischer Uniform und Dudelsack unterhalten. Die Akustik war klasse. Fast schockierend war aber das Klatschen in die Hände an der zentralen Stelle der Bühne. Einen Meter entfernt von der gekennzeichneten Stelle war der Klang noch unspektakulär. Nur einen Schritt weiter vervielfachte sich aber der Schall extrem. Das war völlig überraschend und ziemlich laut. Das waren schon sehr gebildete Künstler und Architekten zur damaligen Zeit.
Typisch für diese Region sind die Mosaikarbeiten. Es wurden sehr große hervorragend erhaltene Fußboden-Mosaike entdeckt. Sehenswert sind auch die geschichtsträchtigen Wüstenschlösser mit z.T. für den Islam verbotenen Wandbildern. Hier lebt auch Lorenz von Arabien heute noch nach. Auch die besondere Geologie am tiefsten Ort der Welt ist interessant. Die Veränderung durch die Plattentektonik ist nicht aufzuhalten.
Bildung
Schon immer hat Bildung in Jordanien einen hohen Stellenwert. Es gibt in diesem kleinen Land fast 40 Hochschulen, die staatlich oder privat geführt werden. Die Hälfte der Uni's liegen in Amman. Viele hochqualifizierte Fachleute arbeiten im Ausland und unterstützen mit ihrem Lohn die Familie in der Heimat. Männer und Frauen sind im Bereich der Bildung gleichberechtigt. In Amman sind wir an einer großen Walddorf Schule vorbeigefahren.
Krankenhäuser
In Amman war die große Anzahl (um die 50) von riesigen Krankenhäusern nicht zu übersehen. Weltweit kommen Menschen zu Schönheitsoperationen hierher. Auch Magenverkleinerungen sind ein Grund zu kommen. Angeblich arbeiten hier hervorragende Spezialisten preisgünstiger und besser als die Kollegen im westlichen Ausland. Die Krankenhäuser sehen auf jeden Fall sehr modern und sehr beeindruckend aus. Das sind hier die einzigen großen Bauten.
Eine besondere Dienstleistung ist die künstliche Befruchtung. Es ist in Jordanien durchaus üblich, daß Männer mehrere Frauen haben. Wichtig ist den Familien hier, daß es männlichen Nachwuchs gibt. Klappt das mit der ersten Frau nicht, bekommt eine zweite Frau die Chance usw. Da das aber kostspielig und nicht mehr so recht zeitgemäß ist, kommt die Medizin ins Spiel. Der besondere Service beginnt mit einer Spritze, die eine besonders große Produktion von Eiern bei der Frau anregt. Diese Eier werden dann entnommen und befruchtet. Nun erfolgt die Auslese. Es wird nach einer aussichtsreichen männlichen Frucht gesucht. Der Glückspilz kommt zurück in den Mutterleib, einige weitere Favoriten können eingefroren werden.
Interessant sind auch die Kosten für die Krankenversicherung im Königreich. Die staatliche Krankenversicherung kostet fast nichts und bietet alle Leistungen Man muß aber mit langen Wartezeiten rechnen. Wer sich privat krankenversichert, zahlt umgerechnet 800 € pro Jahr. Die Ärzte und die Krankenhäuser sind international gefragt.
Militär
Angehörige des Militärs genießen im Königreich hohes Ansehen. Es gibt spezielle Krankenhäuser, in denen auch die ganze Familie kostenlos mit behandelt wird.
Wasser
In der Wüste ist Wasser knapp. Auf jedem Haus stehen Wassertanks, die einmal pro Woche aufgefüllt werden. Es gibt nur sehr wenige Hochhäuser, weil man zu diesen Gebäuden separate Leitung für Frischwasser und Abwasser verlegen muß.
Rauchen
Die Jordanier rauchen sehr viel - auch in Gaststätten! Es rauchen mehr Frauen als Männer. 90 % der Frauen rauchen Wasserpfeife.
In einer Gaststätte konnten wir uns mal das Innere einer Wasserpfeife ansehen. Die Dosis an Tabak und Zuschlagsstoffen ist enorm.
Grenze
Zum Besuchsprogramm gehörten auch die Stellen, an denen Jesus getauft hat und heute Menschen getauft werden können. Der Jordan ist als Grenzfluß in der Mitte geteilt. Am kommerziell genutzten Punkt ist die israelische Seite bestens ausgebaut. Die Reisebusse halten direkt am Fluß und breite Treppen führen ins Wasser. Man kann sich einen Pfarrer mieten und sich taufen lassen. Dabei taucht man komplett unter im grauen, sedimentreichen Wasser.
Das israelische Militär ist sehr präsent. wir waren keine 10 m von diesem Treiben entfernt und das Gespräch kam unvermeidlich wieder auf die angespannte Nachbarschaft. Der Reiseleiter erklärte uns mit sichtlich angespannter Miene, daß es in Israel eine Wehrpflicht für alle Bürger gibt. Die beginnt mit dem 18. Lebensjahr und dauert 2 bis 3 Jahre. Danach beginnt die Reservistenzeit bis zum 55. Lebensjahr bei Frauen und bei Männern noch länger. Alle Reservisten müssen jedes Jahr von 2 bis 3 Monate aktiv dienen!
Das hat zu Entsetzen in den Gesichtern der Gruppe geführt und es kam die Frage nach dem Sinn solcher Regelungen. Zuerst wollte unser Guide gar nicht antworten, dann kamen aber Argumente aus einem sowohl traurigen als auch zornigen Gesicht. Er entspannte sich erst, als er darüber sprach, daß es seit 1993 in Jordanien nicht mal mehr eine Wehrpflicht gibt. Er ist enttäuscht von den Nachkommen der Menschen, die selbst der Vernichtung nur mit Glück entkommen sind und nun genauso unentschuldbare Dinge tun.
Flüchtlinge
Jordanien ist sehr hilfsbereit. Das ist bei den Wüstenmenschen immer schon so gewesen. Die konnten nur so überleben. Man hat hier über eine Million Flüchtlinge aus Syrien und viele Menschen aus anderen Ländern. Man gewährt entsprechend den Gesetzen der Wüste Unterkunft und Verpflegung. Am Anfang wurden Zeltstätte aufgebaut. Die Zustände waren damals sehr schwierig. Aggressivität und Mord unter den Geflüchteten waren an der Tagesordnung. Jetzt gibt es große, bewachte Containersiedlungen. Auch in der Hauptstatt gibt es Wohngebiete für Flüchtlinge. Die Menschen leben dort z.T. besser als die Einheimischen. Auf dem Weg nach Petra haben wir Dörfer gesehen, in denen die Einheimischen in Zelten leben. Dabei wird es in der Wüste nachts oft bitterkalt.
Familie
Wir haben in einer familiengeführten Gaststätte einen Kochkurs erleben dürfen. Natürlich gab es nach dem Kochen die liebevoll selbst gekochten, fremdartigen Gerichte zu essen. In so entspannter Atmosphäre berichtete die Chefköchin von ihren Kindern, deren Bilder an den Wänden hingen. Wir erfuhren, daß Kinder hier im Hause der Eltern bleiben bis sie heiraten. Vorher dürfen sie nicht allein irgendwo wohnen. Es würde auch kein Vermieter einem jungen, unverheirateten Menschen eine Wohnung vermieten. In Jordanien herrscht ein strenges Patriarchat. Der Vater entscheidet über das Leben der Kinder bis zu deren Hochzeit. Diese Sitte hat uns der Reiseleiter für seine Familie mit strengem Blick erläutert. Sein Bericht endete mit "Das muß so sein." Die Antwort des einzigen Reiseteilnehmers aus dem Osten war respektvoll, aber ebenso entschlossen: "Nein, das geht auch völlig anders." Obwohl wir eine ganz brave Gruppe waren, kam damit eine leidenschaftliche Diskussion in Gang. Dabei geschah etwas Unerwartetes: unsere Reiseteilnehmer tauten plötzlich auf. Es wurde darüber berichtet, daß sie als Kinder unter den gleichen Vorstellungen gelitten haben. Bei der erstbesten Möglichkeit sind sie dann später diesem hirnrissigen Zwang entflohen. Nach diesen für manche vielleicht erlösenden Gespräch war die Stimmung in der Gruppe sehr freundschaftlich und sehr offen.
Scheidung und Frauenrechte
Unser Reiseleiter berichtete uns über die Probleme im Falle einer Scheidung in Jordanien. Zuerst kommt die unüberwindliche Hürde mit der eigenen Wohnung. Die Gesellschaft verhindert, daß Einzelpersonen eine Wohnung mieten. Wohneigentum ist der einzige Ausweg.
Läßt der Mann sich scheiden, dann muß er jede Menge Kosten tragen. Er zahlt für die Frau, für die Kinder, übernimmt das Trennungsgeld und die Miete. Kommt er seiner Pflicht nicht nach, wird er beim nächsten Kontakt mit der Polizei, auf der Bank usw. in Arrest genommen bis er oder seine Familie seine Schulden beglichen hat. Die Kinder bleiben meist bei der Mutter. Läßt die Frau sich scheiden, dann verliert sie alles. Kinder, Trennungsgeld, Wohnung und vor allem das Ansehen innerhalb der Familie und der Gesellschaft. Praktisch kann sie nur in einer neuen Ehe weiterleben.
Die UNO hat mit Ihren großen finanziellen Zuwendungen die Verabschiedung von besseren Frauenrechten erzwungen. Diese sind aber innerhalb der jordanischen Gesellschaft wirkungslos.
Israel
Kein schönes Thema, aber hier allgegenwärtig. Einer der Mitreisenden war als Führungskraft weitgereist und kennt die Verhältnisse recht gut. In Aqaba am Roten Meer sahen wir die Grenze und die architektonisch völlig anderen Bauten auf israelischer Seite. Da kamen Fragen und Antworten ins Gespräch. Er berichtete darüber, daß Israel sehr gespalten ist. Die Hälfte der Bevölkerung ist extrem rechts und hat die Wahl knapp gewonnen. Das sind die Leute mit der in der jüdischen Kultur üblichen Kopfbedeckung und den langen Locken. Gesetz ist seither, daß dort, wo ein israelischer Siedler wohnt, die Armee zur Verteidigung verpflichtet ist. Die israelischen Siedler ziehen in Gebiete, in denen sie gerne siedeln möchten, vertreiben oder erschießen die Bevölkerung und lassen sich dort nieder. Die israelische Armee schützt diese Gebiete dann. Auf Grund dieser Zustände hat die palästinensische Hamas 1.200 Israeli getötet. Das war Grund Genug einen Krieg zu beginnen, in dem Israel weit über 60.000 Menschen in Palästina getötet hat.
Einen Tag später sollte ich exakt die gleichen Informationen im Spa des Hotels hören.
Spa
Am letzten Tag der Reise war ein Badetag am Toten Meer geplant. Die Temperaturen luden nicht zu einem Bad im Freien ein. Der Strand ist schlammig. Deshalb beschloß ich den Spa im Hotel zu nutzen. Bezahlen und umziehen war kein Problem, aber dann mußte ich zuerst die vielen Möglichkeiten erkunden. Als ich so zögerlich suchend das Areal betrat, bekam ich sofort Hilfe vom freundlichen Bademeister. Ich war gegen 9 Uhr der erste Gast. Nach einem kurzen Überblick empfahl er mir zuerst das Becken mit dem salzigen Wasser aus dem toten Meer. Seine Hinweise zur Vorsicht waren sehr berechtigt. Das Wasser ist mit 30 % Salzgehalt sehr aggressiv. Untergehen ist ausgeschlossen, so viel Aufrieb erzeugt das Salz. Ich bekam noch einen Becher Wasser an den Beckenrand gestellt und nach 10 min. wurde ich abgeholt. Ein Dampfbad mit Minze und eine trockene Sauna mit Minze folgten. Dann schickte er mich nach draußen in den Jacuzzi. Der Zufall wollte es, daß zum gleichen Zeitpunkt einige bestens gelaunte junge Männer das Becken bestiegen. Aus einer kleinen, mitgebrachten Box tönte leidenschaftlich laut einheimische Musik. Man fragt mich höflich, ob die Musik ok wär. Natürlich war das so und es kam gleich die nächste Frage nach meinem Heimatland. Da kam eine rege Diskussion in Gang. Ali studiert ein Gast-Jahr Maschinenbau in Deutschland und spricht etwas deutsch. Er hat die mit englisch nicht gut machbaren Sachen übersetzt. Jeder berichtete über sein Studium. Es waren einige IT-Studenten dabei. Als ich über meinen Beruf berichtet hatte, wurden wir alle Freunde. Da kamen Fragen über Fragen. Alle hatte offensichtlich Freude an unserer Konversation. Dann kam das Thema Israel auf. Am gegenüberliegenden Ufer des Toten Meeres lebten diese Nachbarn. Die jungen Männer mit Mitte 20 berichteten mir exakt das Gleiche, was ich am Tag zuvor erfahren hatte. Einer der Studenten stammt aus Palästina und seine Familie lebt noch dort. Er nannte die gleichen Zahlen und hat noch ergänzt, warum die israelische Armee besonders auf Frauen und Kinder Jagd macht. Seiner Meinung nach soll verhindert werden, daß Nachkommen da sind. Das palästinensische Volk soll ausradiert werden.
Nach fast einer Stunde waren bei allen die Finger aufgequollen.
Strom
Jordanien hat einen Überschuß an Strom. 30 % werden durch Windräder und Solarfelder erzeugt. Den Rest erzeugt man mit Gas, das über Israel aus dem Westen kommt. Man berichtete uns, daß die USA Jordanien dazu zwingen. Weil der Strom billig ist, gibt es viele E-Autos und eine Infrastruktur zum Tanken. Die Autos sind oft in China produzierte Modelle von VW. Ein Bekannter des Reiseleiters hat berichtet, daß er im Jahr für 30 € Strom tankt.
Fazit
Jordanien ist ein friedliches Land mit gebildeten Menschen. Der Staat läßt die Menschen gut leben. Steuern und Kosten der Krankenversicherung sind sehr gering. Hier gibt es so viel zu sehen und zu entdecken. Man spricht davon, daß nur etwa 10% der archäologisch interessanten Orte ausgegraben sind. Hier wird mit Unterstützung der Welt noch viel passieren. Die ganze Gruppe hat sich hier sehr wohl gefühlt.
Uns wurde so viel berichtet, daß ich mit Notizbuch und Stift unterwegs war, um nichts Wichtiges zu vergessen.









































